Astronomische Arbeitsgemeinschaft Mainz e. V.

Mondkrater Gutenberg

Krater Gutenberg

Am Rande des Mare Fecunditatis befindet sich der Krater Gutenberg (Durchmesser 74 km), benannt nach Johannes (Gensfleisch zur Laden zum) Gutenberg, dem Erfinder der Buchdruckkunst mit beweglichen Lettern. Auch mehrere kleinere Nachbar-Krater sind nach Gutenberg benannt, z.B. der 15 km große Gutenberg A.

Desweiteren befinden sich in der Nähe die Rimae Gutenberg, ein System von etwa 330 km langen Rillen.

Apollo 11

Nicht allzuweit vom Krater Gutenberg entfernt befindet sich am Rande des Mare Tranquilitatis der Landeplatz von Apollo 11.
Etwas in Vergessenheit geraten ist der Mainzer Beitrag zum Gelingen der Apollo-Missionen. Stets wählte die NASA nur die qualitativ besten Materialien aus (zumindest damals) und so waren von Anfang an auch optische Gläser von Schott dabei. Dank der Fernsehkameras mit Objektiven aus Mainzer Glas konnte ein Großteil der Menschheit das epochale Ereignis der Apollo 11 Mission miterleben. Auch die Hasselblad-Kameras aller Astronauten waren mit speziell entwickelten Objektiven ausgerüstet, die von der Firma Zeiss mit Schott-Gläsern entwickelt wurden. (Siehe auch Bild mit den Kratern Gutenberg D und F, das von Apollo 8 aus dem Orbit mit einer Hasselblad mit Schott-Gläsern aufgenommen wurde.)

Bekannt wurde ein von der Apollo-11-Mission zurückgelassener Laser-Reflektor (rechts, aufgenommen mit der Hasselblad), mit dessen Hilfe bis heute die Mondentfernung besser als je zuvor vermessen wird (siehe z.Bsp. rechts die McDonald Laser Ranging Station der Universität Texas). Der Reflektor setzt sich aus 100 Spezialprismen aus höchstreinem Quarzglas zusammen, die vom damaligen Gemeinschaftsunternehmen Heraeus-Schott Quarzschmelze Hanau gefertigt wurden. Quelle: Dr. J. Steiner, "Glas auf dem Mond", SCHOTTINFO Das Spezialglas Magazin No. 90, 11/1999

Die Laser als auch die Detektoren für das vom Mond reflektierte Laserlicht werden laufend verbessert, sodaß diese letzten bis heute betriebenen Apollo-Experimente wertvolle, z.T. nur auf diesem Wege zu erhaltende Ergebnisse liefern. Der Abstand zum Mond kann nun mit einer Genauigkeit im Zentimeterbereich gemessen werden. Damit konnte ermittelt werden, daß sich der Mond pro Jahr von der Erde um 3,8 cm entfernt (Die Gezeitenreibung bremst die Erdumdrehung und zur Erhaltung des Gesamtdrehimpulses entfernt sich der Mond von der Erde. Siehe: Mondentfernung). Dieser Wert ist in Übereinstimmung mit Berechnungen historischer Sonnenfinsternisse.
Darüberhinaus lassen sich Fragen zur Natur der Schwerkraft und den Grundlagen der Allgemeinen Relativitätstheorie untersuchen. Als Beispiel seien Abweichungen von dem quadratischen Abstandsgesetz und die zeitliche Konstanz der Gravitationskonstante genannt (siehe Die Gravitation im Test in Physikalische Blätter 55 (1999) 39).