Astronomische Arbeitsgemeinschaft Mainz e. V.

Webcam

Webcams sind relativ preisgünstig, besitzen aber eine geringe Auflösung (normalerweise 640x480 Pixel), bzw. einen sehr kleinen Aufnahmechip. Sie eignen sich sehr gut zur Planetenfotografie, da hierbei nur ein kleines Aufnahmefeld erforderlich ist. Das Objektiv der Webcam muss zur Aufnahme abgeschraubt werden, mit einem passenden Adapter wird die Kamera am Okularauszug angebracht, entweder im Primärfokus, oder einige cm hinter dem Okular, in Okularprojektion. Bei Linsensystemen muss zusätzlich ein Infrarot-Sperrfilter vor die Kamera gesetzt werden, da der Chip eine hohe IR-Empfindichkeit besitzt.


Sehr beliebt ist die Philips "ToUcam" mit einem Farb-CCD-Chip. Zu dieser Kamera sind auch Adapter im Handel erhältlich.

 

Digitale Spiegelreflexkamera

Digitale Spiegelreflexkameras sind heute schon sehr preisgünstig zu bekommen und eignen sich hervorragend zur Astrofotografie. Um die Kamera am Teleskop zu befestigen, benötigt man einen für den jeweiligen Typ passenden "T-Ring", der statt dem Objektiv an der Kamera angesetzt wird. Auf diesen Ring kann man einen zum Okularauszug passenden T2-Adapter aufschrauben, z.B. einen 1 1/4" Adapter, den man statt einem Okular in den Okularauszug steckt (siehe Bild unter "Aufnahmetechniken"). Damit sind Fokalaufnahmen möglich. Die Brennweite kann entweder mit einer Barlow-Linse (z.B. 2x) oder mit einem Projektionsadapter und Okularprojektion verlängert werden.

Da die Rot-Empfindlichkeit der Standard-Kameras bei 656nm (H-Alpha) relativ gering ist, gibt es für Canon-EOS Kameras einen Umbau-Service, bei dem der Standard-Filter gegen einen Spezialfilter ausgetauscht wird. Die Rotempfindlichkeit wird dadurch für Astro-Aufnahmen wesentlich verbessert.

Spezielle Astrokameras

Speziell für die Astrofotografie entwickelte Kameras besitzen i. allg. einen CCD-Chip mit hoher Empfindlichkeit. Das Bild-Rauschen, das sich vor allem bei langen Belichtungszeiten störend auswirkt, wird meistens durch Kühlung des Chip auf 0° bis -20°C reduziert. Außerdem besitzen diese Kameras eine Ausleseelektronik, mit der die Lichtmenge mit einer Genauigkeit von 16 bit (0..65535) gemessen werden kann. Diese Kameras sind daher prädestiniert für photometrische Messungen, z.B. an veränderlichen Sternen.