Astronomische Arbeitsgemeinschaft Mainz e. V.

Erwin Finlay-Freundlich

Erwin Finlay-Freundlich

Im Einstein-Jahr 2005 konnten die Mainzer und Wiesbadener Sternfreunde gemeinsam des Wiesbaden-Biebricher Astronomen Erwin Finlay-Freundlich gedenken. Er war praktisch der erste Astronom, der in engem Kontakt zu Einstein versuchte die Allgemeine Relativitätstheorie über die Rotverschiebung von Spektrallinien im Schwerefeld der Sonne zu bestätigen. Zu diesem Zweck wurde in Potsdam das  Sonnenobservatorium Einsteinturm gebaut. Finlay-Freundlich war der erste Direktor. 1933 musste er Deutschland verlassen und ging an die Universität Istanbul, die damals von Atatürk reformiert wurde, um die Türkei an Europa heranzuführen. Nach kurzen Stationen in Prag und Holland kam er an die schottische St. Andrew University. Nach seiner Pensionierung kehrte er nach Wiesbaden zurück und wurde zum Honorarprofessor an der Universität Mainz ernannt.
Biographie auf Englisch

Er ist der Namenspatron des Mondkraters Freundlich, der auf der uns abgewandten Seite des Mondes liegt. Er wude vom Lunar Orbiter aufgenommen: 1. Bild und 2. Bild

Erwin Finlay-Freundlich ist nicht der Namensgeber des kurzperiodischen Kometen 15P/Finlay. William Henry Finlay beobachtete am Royal Observatory am Kap der Guten Hoffnung, Südafrika. Dort entdeckte er neben 15P/Finlay (am 26.9.1886) u.A. am 8.9.1882 den Großen Kometen von 1882 (C/1882 R1). Vielleicht besteht eine Verbindung zu Freundlichs Mutter, einer geborenen Finlay schottischer Herkunft?