Astronomische Arbeitsgemeinschaft Mainz e. V.

Jupiter 06.03.2014

Der riesige Gasplanet zeigte sich am 6. März von seiner schönsten Seite. Die Luft war ausreichend ruhig, sodass die attraktive Kombination aus GRF-Transit und Europatransit inklusive Schattenwurf gegen 23 Uhr MEZ eingefangen werden konnte. Der GRF (Großer Roter Fleck) ist der größte und älteste Wirbelsturm im Sonnensystem. Erstmals wurde er 1664 beschrieben. Die gesamte Erde passt mit ihren knapp 13000 km Durchmesser mehr als zweimal in ihn hinein. Die Aufnahmesequenz aus R, G und B-Kanal dauerte 8,5 Minuten und es wurden 120 Bilder pro Sekunde aufgenommen. Die Farbkanäle wurden zur Korrektur der Planetendrehung nachträglich derotiert. Der Grünkanal wurde zu 50% als Luminanzbild eingeblendet. Die Farbgebung wurde außerdem dem visuellen Eindruck nachempfunden.


Jupiter 21.02.2014

Jupiter und Mond Io am 21.02.2014 (Klicken zum Vergrößern)
Jupiter im Spektralbereich über 742 nm
Summenbilder

Vergleichen Sie doch einmal die nebenstehende RGB-Aufnahme mit dem Bild von 2012. Innerhalb eines Jahres haben sich die Wolkenbänder auf der Nordhalbkugel stark verändert. Außerdem erscheint Jupiter ein wenig kleiner, da er im Frühjahr 2014 der Erde nicht mehr so nah stand wie Ende 2012.

Da die Brechkraft der Atmosphäre bei kurzwelligerem Licht deutlich stärker ist, macht sich unruhige Luft bei langen Wellenlängen, wie z.B. Infrarotlicht, nicht so stark bemerkbar. Deshalb ist die Infratoaufnahme ein wenig schärfer als das RGB-Bild.

Wenn Sie in der vergrößtern Ansicht im Wechsel zwischen der RGB- und Infrarotaufnahme hin und her klicken, sehen Sie bereits bei diesem kurzen zeitlichen Abstand der Aufnahmen von nur zwei Minuten, deutlich die Bewegung von Io und die Rotation des Planeten. Jupiter ist der Planet des Sonnensystems mit der kürzesten Rotationszeit von nur ~10 Stunden.

Derartige Bilder erhält man erst durch aufwändige Bearbeitung der Rohbilder am Computer. Für Farbaufnahmen werden einzeln durch Farbfilter aufgenommene Kanäle (Rot, Grün, Blau) geschärft, gefiltert und anschließend zu einem RGB-Bild zusammengesetzt. Nebenstehend sind die unbearbeiteten Summenbilder zu sehen, aus denen die obige Farbaufnahme entstand. Auf diesen erkennt man noch nicht die vielen Details, die im Bild stecken.


Jupiter 2012

Jupiter mit Großem Roten Fleck

Auf diesem Bild von 2012 erkennt man gerade noch am rechten Planetenrand den Großen Roten Fleck (GRF) als rötliche Struktur im Südlichen Equatorialband (SEB). Dieser ist der größte und älteste Wirbelsturm im Sonnensystem. Erstmals wurde er 1664 beschrieben. Stellen Sie sich vor: Die gesamte Erde passt mit ihren knapp 13000 km Durchmesser mehr als zweimal in ihn hinein. In equatorialer Richtung hat der GRF einen Durchmesser von ~28000 km.


Jupiter 2011

Der Gasplanet Jupiter mit seinen Wolkenbändern und dem "Kleinen Roten Fleck"
Ein Klick öffnet eine Animation, die die Rotation des Planeten in nur 25 Minuten zeigt

Am 2. Oktober 2011 herrschte sogenannte Omegawetterlage mit extrem ruhiger Luft im Rhein-Main-Gebiet.

Oppositionsstellung war 2011 am 29. Oktober, allerdings für uns nur über den Wolken.

Im Vergleich mit der Aufnahme aus 2010 sieht man, dass das SEB (Südliches Äquatorialband) wieder deutlich kräftiger wird. Der Kleine Rote Fleck unterhalb des SEB ist gut zu erkennen. Der Große Rote Fleck befindet sich zum Zeitpuntk der Aufnahme auf der Rückseite des Planeten.

Beachten Sie in der untenstehenden Animation wie schnell sich der Planet Jupiter dreht. Die Bildsequenz zeigt die Drehung des Planeten innerhalb von 25 Minuten. Ein ganzer Jupiter-Tag dauert nur etwa 10 Stunden. Bei der Fotografie von Jupiters Oberfläche ist daher Schnelligkeit ein entscheidender Faktor.


Jupiter 2010

Im Jahre 2010 zeigt sich Jupiter ohne sein südliches Äquatorialband (SEB), wie es noch auf der Aufnahme von 2009 zu sehen ist. Der große rote Fleck ist nun gänzlich von hellen Strukturen umgeben und sticht daher bei der Beobachtung besonders hervor. Da dieses Bild den Anblick von Jupiter im Infrarotlicht zeigt, erscheint der im sichtbaren Wellenlängenbereich dunkle rote Fleck hier hell und ist im unteren Bilddrittel rechts oberhalb der kleinen kreisrunden hellen Struktur erkennbar.

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Jupiter 2009

Der dunkle Fleck (Folge eines Impacts), der im Juli 2009 von einem australischen Amateur entdeckt wurde, ist auch auf einer Aufnahme zu sehen, die unserem Mitglied Jan-David Förster in der Paul-Baumann-Sternwarte am 1.8.09 gelungen ist. Er verwendete eine Webcam mit S/W Chip und IR-Pass-Filter für die Luminanz und eine Farb-Webcam für die Farbinformation. Dadurch konnte trotz der geringen Höhe über dem Horizont eine gute Auflösung erzielt werden.

 

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Absturz des Kometen Shoemaker-Levy 9 auf Jupiter (1994)

Jupiter nach dem Absturz mit Einschlags-Flecken (oben) von 3 Kometen-Fragmenten

Aufnahme vom 23.7.1994 22:30 MESZ mit 18cm Newton-Teleskop und CCD-Kamera ST4 (Okularprojektion, f=6m) in Mainz-Ebersheim (O. Nickel)

 

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