Astronomische Arbeitsgemeinschaft Mainz e. V.

Epsilon Aurigae: Ein rätselhaftes Bedeckungssystem

Epsilon Aurigae ist ein Sternsystem, dessen Licht alle 27 Jahre von einem rätselhaften Objekt, wahrscheinlich von einem Stern mit Staubscheibe, abgeschwächt wird. Die Abschwächung dauert mehr als 2 Jahre (und ist inzwischen beendet). Genauere Informationen auf den Webseiten der BAV (Bundesdeutsche Arbeitsgemeinschaft für Veränderliche Sterne):

 http://www.bav-astro.de/rb/rb2008-2/120.pdf

Da der Stern relativ hell ist (3. Größe), ist eine Photometrie mit Teleskop und CCD-Kamera schwierig (keine vergleichbar hellen Sterne im Gesichtsfeld). Man kann jedoch mit einer gewöhnlichen Digitalkamera (vorzugsweise digitale Spiegelreflexkamera) das Sternfeld im Fuhrmann aufnehmen und aus den digitalen Aufnahmen die Helligkeit bestimmen. Einige Sternfreunde haben auf diese Weise zu einer Gesamtlichtkurve der BAV beigetragen:

http://www.bav-astro.de/BAV-news.php?kennung=eps-aur

Vorgehensweise:

Die Kamera (vorzugsweise Spiegelreflex) auf eine Brennweite von 40-55 mm und 400 ASA einstellen, am Stativ oder Teleskop befestigen. Den Stern Capella (Alpha Aur) anpeilen und die Kamera so positionieren, dass dieser Stern im Zentrum des Bildfelds steht. Den Stern manuell fokussieren (wenn möglich) oder auf Unendlich einstellen (Autofokus abschalten).

Die Kameraaufnahme auf maximale Qualität einstellen, bei Spiegelreflexkameras auf "Raw"-Format. Mit einer Belichtungszeit von 3-5s mehrere Bildserien (z.B. 10x 5s) belichten. Auf den Aufnahmen sollten folgende Sterne zu sehen sein: Alpha Aur, Epsilon Aur, Eta Aur und Lambda Aur. Nachführung ist bei Belichtungszeiten unter ca. 10s nicht erforderlich, da die Helligkeitsmessung auch bei kurzen Sternspuren noch möglich ist. Falls die Kamera eine "Rauschverminderungsfunktion" besitzt, sollte diese eingeschaltet werden (dabei wird nach jeder Aufnahme ein Dunkelbild aufgenommen und von der Aufnahme abgezogen).

Zusätzlich sollte auch bei Tageslicht mit der gleichen Brennweite eine Flatfield-Aufnahme gemacht werden, d.h. eine Aufnahme einer gleichmäßig weissen Fläche bei Einstellung unendlich (nicht auf die weisse Fläche fokussieren!). Dies ist für eine genaue Fotometrie erforderlich.

Als Beispiel (Bild unten) eine Aufnahme mit einer Canon EOS 400D mit 55mm Brennweite, F/5,6, 400 ASA, 4 Bilder mit je 5s Belichtungszeit aufsummiert. Nachführung mit Teleskop.

Photometrie: Zur Auswertung der Daten sind spezielle Programme erforderlich (z.B. MaximDL oder Iris).

 

Aufnahme vom 26.1.2010 in Mainz-Ebersheim