Astronomische Arbeitsgemeinschaft Mainz e. V.

Langzeit-Aufnahmen

"Deep-Sky"-Objekte erfordern im Allgemeinen längere Belichtungszeiten (>1 s). Dabei muss folgendes beachtet werden:

  1. Das Teleskop muss nachgeführt werden, die Nachführung muss umso genauer sein, je länger die Belichtungszeit und je größer die Brennweite des Teleskops ist. Bei Aufnahmezeiten von >30s und Brennweiten über ca. 1m ist (ausser bei relativ teueren Montierungen) eine Nachführkorrektur mit einem "Off-axis-Guider" erforderlich.
  2. Die Bilder müssen im "Raw"-Format (48bit) gespeichert werden, um eine optimale Weiterverarbeitung zu ermöglichen. DIe optimale ISO-Einstellung kann von Kamera zu Kamera verschieden sein, zu hohe ISO-Werte, bzw. zu lange Belichtungszeiten können bewirken, dass die hellsten Sterne bereits übersteuert sind, oder der Himmelshintergrund zu hell wird.
  3. Das Eigenrauschen der Kamera muss reduziert werden; dies wird durch Aufnahme von Dunkelbildern ("Dark frames") bei geschlossenem Verschluss erreicht, die danach von den eigentlichen Aufnahmen ("light frames") subtrahiert werden.
  4. Um Störungen bei der Nachführung zu reduzieren, wird zur Erzielung einer langen Belichtungszeit nicht nur ein Bild aufgenommen, sondern eine Serie von Bildern, von denen die besten ausgewählt und aufsummiert werden, z.B. wird eine Serie von 20 Bildern mit 1 Min aufgenommen, von der 15 Bilder ausgewählt werden. Die effektive Belichtungszeit beträgt dann 15 Min.
  5. Da das Bildfeld der Kombination Teleskop+Kamera nie gleichmäßig von der Mitte zum Rand ausgeleuchtet wird, ist es meistens erforderlich, dies zu korrigieren. Dazu muss man einmal eine Serie von sog. Flachfeld-Aufnahmen ("Flatfields") von einer gleichmäßig beleuchteten Fläche aufnehmen. Dies kann an einem klaren Tag in der Dämmerung durchgeführt werden, indem man das Teleskop mit der Kamera zum Zenit richtet, oder man richtet das Teleskop auf eine gleichmäßig beleuchtete weiße Fläche.