So., 10. Oktober 2010, 15:00 Uhr
Prof. Dr. Volker Büscher (Institut für Physik, Johannes Gutenberg-Universität Mainz):
Mini-Urknall im Labor – mit dem LHC auf der Suche nach dem Ursprung der (dunklen) Materie
Mit großem technischen Aufwand versuchen Teilchenphysiker, sehr
fundamentalen Fragen auf den Grund zu gehen: Was sind die elementaren
Bausteine der Materie, und woraus besteht insbesondere die dunkle Materie,
die uns in riesigen Mengen in unserer Galaxie umgibt? Ist es möglich, alle
physikalischen Phänomene mit einer einzigen, fundamentalen Theorie zu
beschreiben?
Zur Erforschung dieser Fragestellungen werden große Teilchenbeschleuniger
benutzt, mit denen durch Kollision von hochenergetischen Teilchen
Bedingungen erzeugt werden, die denen unseres Universums zu einem
Zeitpunkt kurz nach dem Urknall ähneln. Dazu gehört insbesondere der
größte Teilchenbeschleunigerring der Welt, der Large Hadron Collider (LHC)
am Forschungszentrum CERN bei Genf, der vor kurzem in Betrieb genommen
wurde. Der Vortrag erläutert, wie man mit modernster Technik diese
Teilchenkollisionen im Detail studieren kann, um den Antworten auf diese
Fragen näher zu kommen.
So., 12. Dezember 2010, 15:00 Uhr
Prof. Dr. Lutz Köpke (Institut für Physik, Johannes Gutenberg-Universität Mainz):
Astronomie ohne Licht - in Pampa und ewigem Eis
Die Astronomie nutzt den gesamten Frequenzbereich von Radiowellen über das sichtbare Licht bis hin zur Gamma-Strahlung, um Entstehung, Entwicklung und Tod der Sterne mit Teleskopen auf der Erde und im Weltraum zu verstehen. Dabei haben Blicke in andere Frequenzbereich stets zu neuen und unerwarteten Einsichten geführt. Die Landkarte der kosmische Strahlung aus geladenen Protonen und ungeladenen Neutrinos hingegen ist noch nahezu "weiss" - und wird deshalb zur Zeit mit den weltgrößten Experimenten in Argentinien und am Südpol kartiert.
Veranstaltungsort:
Naturhistorisches Museum Mainz
Reichklarastraße 10
55116 Mainz
Der Eintritt zu den Vorträgen ist frei.