Astronomische Arbeitsgemeinschaft Mainz e. V.

Satelliten und Raumfahrzeuge

Iridium Satelliten

Das Satellitenkommunikationssystem Iridium besteht aus momentan 72 Satelliten. 66 davon sind aktiv, die anderen sind Reservesatelliten. Diese sind bitter nötig, denn insgesamt wurden ausgehend von 77 geplanten, bislang 92 ins All geschossen.

Ähnlich der Internationalen Raumstation, befinden sich diese Satelliten in einem "low-earth-orbit", in etwa 500 km Höhe.

An den main-mission-antenna, die um 40° gegenüber der Satellitenachse geneigt sind, können oft Reflexionen des Sonnenlichts beobachtet werden, die bis zu 18 mal leuchtkräftiger sind (-8 mag) , als der hellste Stern (Sirius -1 mag) am Himmel. Man nennt eine solche Leuchterscheinung allgemein "Flare". Stammt sie von einem Iridium Satelliten "Iridium Flare".


Iridium 29 und 28 (unc) am 1.8.2011

Ein Flare mittlerer Helligkeit (-3 mag) ereignete sich am 1.8.2011 um 22:48 Uhr im Sternbild Cassiopeia und wurde in Mainz gesichtet.

Die Animation zeigt in Echtzeit den Ablauf eines solchen Flares. Hervorzuheben ist, dass dem eigentlichen Flare des Satelliten Iridium 29 ein zweiter Satellit vorauseilt, Iridium 28. Dieser Satellit ist aus ungeklärter Ursache im Juli 2008 außer Kontrolle geraten, hält jedoch seine Flugbahn recht stabil. Er scheint zu taumeln, daher ist seine Leuchtspur nicht ganz gleichmäßig.

Iridiumflares lassen sich sehr gut vorausberechnen und sind mit bloßem Auge sehr eindrucksvoll zu beobachten. Ob sich ein Flare in Ihrer Nähe ereignet, können Sie z.B. unter calsky.de, oder heavens-above.com erfahren.

 

Leuchtspuren von Iridium 29 und 28
Visueller Eindruck des Flares in Echtzeit

Internationale Raumstation (ISS)

Die Internationale Raumstation (ISS) ist derzeit das größte künstliche Objekt in der Erdumlaufbahn. Sie umkreist die Erde mit einer Bahnneigung von ca. 52° in rund 400 km Höhe alle 92 min in östlicher Richtung. Die Ausdehnung beträgt beachtliche 110 m × 100 m × 30 m. Seit dem 2. November 2000 ist die ISS dauerhaft von Astronauten bewohnt. Bei guten Sichtbedingungen kann die ISS auch von Mainz aus als sich schnell bewegender Lichtpunkt am Himmel beobachtet werden (von West nach Ost). Dabei ist sie scheinbar heller als die hellsten Sterne.

Bildbearbeitung: Jan-David Förster