Astronomische Arbeitsgemeinschaft Mainz e. V.

Newsletter Dezember 2012: Der Mechanismus von Antikythera

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Liebe Freunde der Astronomie,

Zum Jahresende möchten wir noch einmal weit in die Vergangenheit schauen: Bereits in der Antike war die Astronomie weit entwickelt. Zu welchen tiefgreifenden Beobachtungen und Berechnungen man damals im Stande war, erstaunt noch heute. Sogar technische Hilfsmittel wie den als "Mechanismus von Antikythera" bekannten Planetencomputer (Bild oben) wurden erfunden. Die Hintergründe über dieses faszinierende Gerät beleuchtet Prof. Dr. Bruno Deiss in seinem Vortrag am 18. Dezember im Naturhistorischen Museum Mainz. Die Veranstaltung ist eine Kooperation der Astronomischen Arbeitsgemeinschaft Mainz e.V. mit der Gesellschaft der Freunde des Römisch-Germanischen Zentralmuseums.

Ganz besonders herzlich möchten wir Sie zu unserem zweiten Astronomiebrunch einladen, der um 11:30 Uhr am 9. Dezember im Café Forster im Naturhistorischen Museum Mainz stattfinden wird. Bitte melden Sie sich kurz bei uns an, wenn Sie teilnehmen möchten.

Der Mechanismus von Antikythera

Der Astrophysiker Prof. Dr. Bruno Deiss ist als wissenschaftlicher Direktor des Physikalischen Vereins zugleich verantwortlich für die Sternwarte. Er arbeitet als Lehrbeauftragter im Fachbereich Physik der Goethe-Universität. In den vergangenen beiden Jahren war er u.a. verantwortlich für den vergnüglichen und größten deutschen physikalischen Science Slam. Er ist Mitglied des Fördervereins ExperiMINTa.

Vor etwa 100 Jahren bargen Schwammtaucher aus einem 2000 Jahre alten Wrack nahe Kreta eine archäologische Sensation, die seitdem Wissenschaftler vor ein Rätsel stellt. Der korrodierte Klumpen Metall besteht aus einer Vielzahl von bronzenen Zahnrädern, die zu einem komplizierten Mechanismus zu- sammengesetzt waren. Ziffernblätter und Beschriftungen zeigen, dass dieses feinmechanische Gerät offenbar zur Berechnung von Planetenkonstellationen und Kalenderdaten verwendet wurde.

Sternbild des Monats: Orion

Eingebettet in das Wintersechseck, ist der Orion wohl das prominenteste Sternbild am Winterhimmel. Fast das gesamte Sternbild wird von einem Nebelkomplex (Barnard's loop) umrahmt. Dieser riesige Ring, der besonders als H-alpha und H-beta Emissionsnebel in Erscheinung tritt, misst 10° am Himmel. In ihm findet man bekannte Objekte wie den Pferdekopfnebel und den Flammennebel.

Der Ursprung von Barnard's loop ist bis heute ungeklärt. Ursache für die ringförmige Struktur könnten Supernovae sein, aber auch der Sternenwind junger Sterne im großen Orionnebel (M42), der etwa in der Mitte des Rings liegt. Die Supernovae-Theorie wird durch den Fund von sogenannten runaway-Sternen gestützt, die sich mit sehr hoher Geschwindigkeit durch den Raum bewegen und ihren Ursprung innerhalb von Barnard's loop haben. Diesen müssen sie vor etwa 2-3 Millionen Jahren verlassen haben. Zu diesen Sternen zählen unter anderen AE Aurigae, Mu Columbae und 53 Arietis. Ob diese Sterne wirklich in Folge von Supernovae, oder vielleicht doch durch Annäherung an massereiche Sterne aus dem System herausgeschleudert wurden, ist nicht geklärt.

Der große Orionnebel (M42) ist unter Amateurastronomen wohl eines der am häufigsten beobachteten Objekte. Er ist der hellste diffuse Nebel am Himmel und bei dunklem Himmel bereits mit dem bloßen Auge sichtbar; ein lohnendes Objekt sowohl für Feldstecher als auch Teleskope in allen Größen. M43, auch kleiner Orionnebel genannt, ist der runde Nebel links oberhalb des hellen Zentralbereichs, der durch einige Dunkelwolken abgetrennt ist (siehe Foto).

- von Jan David Förster

 

    Weitere Ereignisse und Veranstaltungen im Monat Dezember:

    1.12.2012 - 19:00 Uhr

    AWO Mainz-Weisenau

    Weihnachtsfeier

    für Vereinsmitglieder

     

    9.12.2012 - 11:30 Uhr

    Café Forster im Naturhistorischen Museum Mainz

    Adventsbrunch

     

    9.12.2012 - 14:30 Uhr

    Naturhistorisches Museum Mainz

    Der Sternenhimmel im Januar, Februar und März

    Vortrag von Dr. Bernhard Schröck

     

    14.12.2012 - 17:00 Uhr

    Paul Baumann-Sternwarte

    Beobachtungsabend

     

    18.12.2012 - 18:30 Uhr

    Naturhistorisches Museum Mainz

    Ein antiker Planetencomputer - Der Mechanismus von Antikythera

    Vortrag von Prof. Dr. Bruno Deiss (Universität Frankfurt am Main)