Astronomische Arbeitsgemeinschaft Mainz e. V.

Newsletter April 2014: Astronomietag - Thema Weltraumwüsten

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Tag der Astronomie am 5. April: Weltraumwüsten

(Quelle: JPL)

(Bildquelle: JPL)

Der Aktionstag "Tag der Astronomie" steht in diesem Jahr am Samstag, dem 5. April an. Das Thema der Aktion im gesamten deutschsprachigen Raum lautet 2014 "Weltraumwüsten" (wie etwa der Mars auf unserem Foto). Er ist all denen Himmelskörpern gewidmet, auf denen wüstenähnliche Bedingungen herrschen. 

Die AAG veranstaltet an diesem Tag eine öffentliche Sonnenbeobachtung ab 10 Uhr Vormittags auf dem Gutenbergplatz direkt vor dem Mainzer Staatstheater mit vielen Informationen rund um den Verein und astronomische Themen. Am Abend ist ab 20:30 die Paul Baumann-Sternwarte in Klein-Winternheim geöffnet, wo die Vereinsmitglieder ebenfalls mit Rat und Tat interessierten Besuchern Themen der Astronomie näher bringen. Dabei wird auch der Planet Mars, eine echte Weltraumwüste, im Teleskop zu sehen sein.

Der "Rote Planet" Mars ist auch Thema bei unserem Vortrag einen Tag später im Naturhistorischen Museum Mainz. Dr. Johannes Brückner vom Max-Planck-Institut für Chemie in Mainz berichtet von neuen Erkenntnissen der Marsforschung. Der Eintritt zu seinem Vortrag am 6. April um 15 Uhr ist kostenlos. 


Sternbild Waage (Klicken zum Vergrößern)

Sternbild des Monats: Waage

von Dr. Bernhard Schröck

Das Sternbild Waage, zwischen Jungfrau und Skorpion gelegen,  ist besonders gut im Frühjahr zu sehen, Anfang Mai  hat es um Mitternacht seinen Höchststand Richtung Süden (Kulmination). In diesem Jahr ist es besonders gut zu finden, weil sich gerade der Saturn in diesem Sternbild befindet.

Eingeführt wurde der Name von den Römern, es ist also kein „altes“ Sternbild. Im Gegensatz zu anderen Sternbildern des Nordhimmels sind keine Sagen oder Mythen bekannt. Vermutlich bildeten die beiden Scheren des Skorpions für die Menschen Mesopotamiens einen „Asterismus“, ähnlich wie bei uns der „Große Wagen“ Teil des Sternbildes „Ursa major“ ist. Der Skorpion selbst war damals das größte Sternbild des Tierkreises, wie Ovid in den Metamorphosen schildert (Buch 2, Vers 195ff): „Südwärts zeigt sich ein Ort, wo die Scheren in doppelter Windung krümmt der Skorpion und, beugend den Schwanz und die Arme, in den Bereich von zwei Sternzeichen die Glieder hinausreckt (Übersetzung Gottwein)“.  

Dieser Asterismus wurde manchmal als „Joch“, manchmal als „Altar“ bezeichnet, nach R. H. Allen soll das Tierkreiszeichen Waage „♎“ als Symbol für den Altar dienen. Ptolemaios verwandte die Bezeichnungen  „Scheren [des Skorpions], Joch, Libra“ abwechselnd für die gleiche Sterngruppe.

Manchmal  wurde (nach R. H. Allen und nach Strohmaier) hier der angebliche Erfinder der Waage, Mochos aus Phönizien, gesehen (Nigulus Figulus, 100 – 45 v. Chr., Ampelius, 2. Jh. n. Chr.). 

Die Namen der beiden hellsten Sterne der Waage leiten sich von Teilen des Skorpions ab: 

Alpha Librae, die „Südliche Schere“: Zuben-el-genubi von Al  Zuban al Janubiyyah:

Ein schon mit dem Fernglas zu trennender Doppelstern mit einer Distanz beider Komponenten von 315‘‘ bzw. 4800 AE. Beide Sterne sind ein physisches Paar (Tangential – und Radialgeschwindigkeit beider Komponenten gleich). 

Beta Librae, die „Nördliche Schere“ : Zuben-el-schemali von Al  Zuban al Shamaliyyah:

Mit einer Helligkeit von 2,7 mag ist er der hellste Stern des Sternbildes. In der Literatur wird angegeben, dass manche Beobachter ihn früher als grünen Stern gesehen haben. In welcher Farbe sehen Sie ihn?

Es ist strittig, ob dieser Stern seine Helligkeit geändert hat: Eratosthenes beschrieb ihn, er sei heller als Antares, Ptolemaios hält ihn für gleich hell. Es wird auch behauptet, dass Antares im Laufe der Jahrhunderte heller geworden sei.

Delta Librae ist ein Veränderlicher vom Algol-Typ (Periode 2,32736 Tage, Helligkeit von 4,8 mag bis 5,9 mag).

Iota Librae, ein schwierig zu trennender Doppelstern, liegt in Nachbarschaft eines locker strukturierten Kugelsternhaufens, NGC 5897, eines der wenigen deep-sky-Objekte in diesem Sternbild, die mit einem Amateurteleskop sichtbar sind.

Sigma Librae (3,3 mag) gehörte als Gamma Scorpii bis 1922 zum Sternbild Skorpion. In manchen Atlanten findet man noch diese alte Bezeichnung, im Programm „Stellarium“ werden beide Namen angegeben. Der Belgier Eugene Delporte legte damals im Auftrag der IAU die Sternbildgrenzen fest uns so wechselte dieser Stern sein Sternbild.

Zur Abbildung: 

Ausschnitt aus Stellarium, eingekreist ist Delta Librae. Das Symbol zeigt die Lage des Kugelsternhaufens NGC 5897 an, der etwas hellere Stern „rechts oberhalb“ ist Iota Librae.

Literatur:

Burnham’s Celestial Handbook, Volume 2, Chamaeleon through Orion

“In den Sternen; die 88 Konstellationen im Portrait”, Ulf von Rauchhaupt 

„Die Sterne des Ab dar-Rahman as-Sufi“, G. Strohmaier

„Star Names, their lore and meaning“,  R. H. Allen

“Atlas für Himmelsbobachter”, Erich Karkoschka


Weitere Ereignisse und Veranstaltungen im Monat April:

5. April 2014 - ab 10:00 Uhr

Ort: Gutenbergplatz (vor dem Mainzer Staatstheater)

Informationsstand mit Sonnenbeobachtung zum Tag der Astronomie 


5. April 2014 - 20:30 Uhr

Ort: Paul Baumann-Sternwarte

Beobachtungsabend zum Tag der Astronomie  

 

6. April 2014 - 15:00 Uhr

Ort: Naturhistorisches Museum Mainz

Mars-Rover: Neues vom Roten Planeten 

Vortrag von Dr. Johannes Brückner (Max-Planck-Institut für Chemie, Mainz)

 

11. April 2014 - 20:00 Uhr

Ort: Anne-Frank-Realschule Plus Mainz

Mitgliedertreff 

für Mitglieder der AAG und Freunde der Astronomie

 

25. April 2014 - 21:30 Uhr

Ort: Paul Baumann-Sternwarte

Beobachtungsabend