Astronomische Arbeitsgemeinschaft Mainz e. V.

Newsletter Juli 2014: Die Rosetta-Mission/ Neues von der ISS

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Die Rosetta-Mission - Jagd auf kalten Brocken in heißer Phase

Am 6. Juni gibt es um 15:00 im Naturhistorischen Museum Mainz neue Informationen zur Rosetta-Mission. Unser Referent Dirk Schmanke, Mitarbeiter der Mars-Mössbauer-Gruppe der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, berichtete zuletzt im Mai 2013 für die AAG über die den "Kometenjäger".

Die Mission Rosetta der europäischen Weltraumorganisation ESA soll die Entstehungsgeschichte unseres Sonnensystems erforschen, indem sie einen der ältesten und ursprünglichsten Himmelskörper, einen Kometen, untersucht. Die Mission besteht aus dem Orbiter und der Landeeinheit Philae, welche nach zehn Jahren endlich ihr Ziel, den Kometen 67P/Churyumov-Gerasimenko erreichen werden. Mit an Bord von Philae befindet sich das APXS (Alpha-Particle-X-Ray-Spectrometer), das in Mainz am MPI für Chemie entwickelt wurde und vom Arbeitskreis Klingelhöfer im Institut für anorganische und analytische Chemie der Universität Mainz betreut und weiterentwickelt wird. Seine Messergebnisse sollen wesentlich zum Verständnis der Kometenoberfläche beitragen.
Nach einigen Begegnungen unterwegs, einer langen Überwinterungs-Phase und vielen erfolgreichen Voraustests, wird die Rosetta-Sonde im Laufe des Juli 2014 ihr Rendezvous mit dem Kometen einleiten. Nach ausgiebiger Vermessung von 67P, soll schließlich im November das Landemodul abgekoppelt werden und auf der Kometenoberfläche aufsetzen. In Folge werden Lander und Orbiter den Kometen auf seiner Reise um den sonnennächten Punkt begleiten, um seine Veränderungen auf dieser Wegstrecke zu dokumentieren.

Orbiter und Landeeinheit Philae der Rosetta-Mission

Neues von der ISS: Astronaut Alexander Gerst

Seit etwas über einem Monat befindet sich ESA-Astronaut Alexander Gerst auf der Internationalen Raumstation. Er ist der erste Deutsche dort, seit Thomas Reiter Ende 2006 den Rückflug zur Erde antrat.

Der erste Abschnitt einer ISS-Mission bringt für Astronauten üblicherweise eine Reihe von PR-Aufgaben mit sich. Nicht anders bei Alexander Gerst: Seine Auftritte in der "Sendung mit der Maus" (als "Maustronaut"), seine Kommentare zur Fußball-Weltmeisterschaft, Grußworte zu Initiativen der UNICEF und zur Tagung der Nobelpreisträger in Lindau standen im Fokus. Ebenso natürlich Alltägliches: Wie putze ich eine Weltraum-Toilette war etwa eine der Fragen, zu denen sich der Astronaut fachmännisch äußerte. Daneben nahm er bereits etliche Bilder der Erde auf, wie etwa dieses Foto des Rheins zwischen Ludwigshafen und Germersheim.

Dass der Arbeitstag eines Astronauten darüber hinaus die Betreuung zahlreicher wissenschaftlicher Experimente bereit hält, bleibt dabei fast unbeachtet. Zwei Beispiele seien an dieser Stelle genannt:

Im Rahmen des FASES-Experiments (Fundamental and Applied Studies of Emulsion Stability) werden die physikalischen Grundlagen von Emulsionen untersucht. Ziel ist es, der Erkenntnisse darüber zu liefern, wie Emulsionen gezielt stabilisiert und destabilisiert werden können. Insbesondere in der Lebensmittelindustrie verspricht man sich dadurch neue Möglichkeiten, Produkte schonender und umweltverträglicher verarbeiten zu können. Für die Erforschung von Flüssigkeitsverhalten ist die Umgebung der ISS mit ihrem sehr geringen Einfluss der Gravitation besonders geeignet. 

Am 2. Juli richtete Gerst eine Absetzvorrichtung für Mini-Saleteliten am japanischen Modul der Raumstation ein. Bereits zuvor wurden einige so genannte CubeSats für von der ISS im Weltraum abgesetzt. Um den Vorgang künftig zu erleichtern, bei dem etwa faustgroße verhältnismäßig günstige Satelliten verwendet werden, war die neue Technik notwendig geworden.

Grundsätzlich kann die ISS regelmäßig am Abendhimmel mit bloßem Auge beobachtet werden. Dort wird sie jedoch voraussichtlich erst wieder gegen Ende des Monats zu sehen sein. Derzeit kennen wir die Pläne zur Lageregelungs- und Triebwerkssteuerung der ISS noch nicht, weswegen genaue Voraussagen erst in den nächsten Wochen möglich sind.

Alexander Gerst (Foto: ESA–P. Sebirot, 2014)

Veranstaltungen im Monat Juli

6. Juli 2014 - 15:00 Uhr

Ort: Naturhistorisches Museum Mainz

Die Rosetta-Mission - Jagd auf kalten Brocken in heißer Phase

Vortrag von Dirk Schmanke (Universität Mainz)

Eintritt: 4 EUR, 3 EUR (erm.), für AAG-Mitglieder kostenlos  

 

11. Juli 2014 - 16:00-18:00 Uhr

Ort: Paul Baumann-Sternwarte

Sonnenbeobachtung

 

25. Juli 2014 - 16:00-18:00 Uhr

Ort: Paul Baumann-Sternwarte

Sonnenbeobachtung