Astronomische Arbeitsgemeinschaft Mainz e. V.

Newsletter August 2014: Sternschnuppen

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Die Perseiden - Sternschnuppen in der Sommernacht

Jedes Jahr im August sind am Nachthimmel die so genannten Perseiden zu beobachten. Zu diesem Zeitpunkt bewegt sich die Erde durch ein Staubfeld, das der Komet 109P/Swift-Tuttle hinterlassen hat. Durch das Verglühen der Körnchen in der Erdatmosphäre entstehen die markanten Leuchtstreifen am Nachthimmel. Ihren Namen erhalten die Perseiden vom Sternbild Perseus, aus dem sie zu kommen scheinen. Für die Nacht vom 12. auf den 13. August wird die höchste ZHR (Zahl der Sternschnuppen pro Stunde) erwartet. Bei klarem Himmel lohnt sich eine Nacht im Freien - besonders auf einem Liegestuhl! 

Am 3. August berichtete Dr. Thomas Presper vom Planetarium Erkrath bei unserem Vortrag im Naturhistorischen Museum Mainz vom Phänomen der Sternschnuppen. Ein Thema, das immer auf besonders viel Interesse stößt. So genügten die Sitzplätze im Vortragssaal diesmal für die große Zahl der Zuschauer nicht und viele Anwesende wichen auf Sitzkissen aus, was besonders die sternschnuppeninteressierten Kinder sehr gerne taten.

Perseiden (Symbolbild)
Thomas Prespers Vortrag zu Sternschnuppen war besonders bei Kindern sehr beliebt!

Sternbild des Monats: Perseus

von Jörg Schuster


Der Perseus ist ein Sternbild des nördlichen Sternhimmels und ist am Besten während der der Herbst- und frühen Wintermonate zu sehen.

Das Sternbild soll die Gestalt des griechischen Helden Perseus darstellen, der die tödliche Medusa besiegte. Die Sterne Mirfak – Alpha Persei (auch Marfak oder Algenib genannt), Delta, Epsilon und Zeta, bilden den Körper und ein Bein des Perseus. Der Stern Algol, Beta Persei, repräsentiert das abgeschlagene Medusenhaupt, das er in der Hand hält.

Perseus ist in unseren Breiten teilweise zirkumpolar, d.h., das ganze Jahr über sichtbar. Besonders gut kann er im Herbst beobachtet werden, da er dann hoch über dem Horizont steht.

Durch das Sternbild zieht sich die Milchstraße, die hier allerdings nicht sehr auffällig ist, da zahlreiche Dunkelwolken das Licht der Sterne abschwächen.

Im Perseus befinden sich interessante Beobachtungsobjekte, wie der offene Sternhaufen M 34 und der Doppelsternhaufen h und Chi Persei. Auch der Kalifornia-Nebel, ein auf Fotos rötlich leuchtender Emissionsnebel, findet man im Perseus.

Perseus gehört zu den 48 klassischen Sternbildern, die von Ptolemäus beschrieben wurden.

Bereits im Mittelalter hatten arabische Astronomen die eigenartige Verdunklung des Sterns Algol beobachtet. Der Name leitet sich aus dem arabischen Ras al Ghul ab und bedeutet "Haupt des Dämonen".

Geschichte:

In der griechischen Mythologie war Perseus der Sohn des Zeus und der Danaë. Er besiegte die todbringende Gorgone Medusa, deren Blick jedes Lebewesen in Stein verwandeln konnte und schlug ihr das Haupt ab. Mit Flügelschuhen angetan rettete er die schöne Andromeda, die an einen Fels gekettet dem Meeresungeheuer Ketos geopfert werden sollte, und bekam sie als Lohn zur Frau.

Andromeda, samt ihren Eltern Kepheus und Kassiopeia sowie das Meeresuntier sind ebenfalls als Sternbilder in der Nähe des Perseus am Himmel verewigt worden, Letzteres als Sternbild Walfisch (Cetus).

Astronomie:

Die hellsten auffälligsten Sterne im Perseus sind (der Reihenfolge des griechischen Alphabets nach):

Mirfak, Algol, Menkib, Gorgonea Tertia, Miram, Misam und Atik, sowie die Sterne Gorgonea Quarta und Secunda.

Der Perseus ist ein, an Beobachtungsobjekten reiches Sternbild. Zum Beispiel sind die folgenden Doppelsterne hier zu erwähnen: Epsilon Persei, Zeta Persei – Menkib und auch der Stern Eta Persei.

Veränderliche Sterne: Algol (Beta Persei), der zweithellste Stern im Perseus, verändert seine Helligkeit regelmäßig über einen Zeitraum von 2 Tagen und 21 Stunden. Der Helligkeitsabfall wird durch einen lichtschwächeren Begleitstern verursacht, der vor dem hellen Hauptstern vorbeizieht. Algol ist der Namensgeber eines Typs von Bedeckungsveränderlichen Sternen.
Algol repräsentiert das Auge der mythologischen Medusa.

Rho Persei ist ein 325 Lichtjahre entfernter Roter Riese. Seine Helligkeit verändert sich über einen Zeitraum von etwa 33 bis 40 Tagen. Im Gegensatz zu einem Bedeckungsveränderlichen pulsiert dieser Stern und ändert deshalb seine Helligkeit.
Der lateinische Name Gorgonea Tertia bedeutet "dritte der Gorgonen".

M 34 ist ein offener Sternhaufen in etwa 1.400 Lichtjahren Entfernung. Den schönsten Anblick bietet er im Fernglas oder im Teleskop bei niedriger Vergrößerung, wobei etwa 100 Sterne sichtbar werden.

Die beiden benachbarten Sternhaufen h und Chi Persei können schon mit bloßem Auge als neblige Fleckchen wahrgenommen werden. Sie befinden sich in etwa 7.500 Lichtjahren Entfernung. Auch hier bietet sich der schönste Anblick im Fernglas oder im Teleskop bei niedriger Vergrößerung, da dann beide Objekte gleichzeitig sichtbar sind.

M 76, ein planetarischer Nebel, ist der Überrest eines Sterns in etwa 5.000 Lichtjahren Entfernung. Er wird als "kleiner Hantelnebel" bezeichnet, da er im Fernrohr einen ähnlichen Anblick bietet wie sein größerer Bruder. Er ist allerdings nicht leicht zu beobachten, da er ziemlich lichtschwach ist.

Der offene Sternhaufen Melotte 20 (α Persei-Gruppe) ist die auffällige Ansammlung von schon mit bloßem Auge sichtbaren Sternen um den Hauptstern Mirfak.

NGC 1499 ist ein Emissionsnebel, dessen Form an den US-Staat Kalifornien erinnert. Er wird daher auch als "Kalifornianebel" bezeichnet. Aufgrund seiner geringen Flächenhelligkeit wird der Nebel erst auf lang belichteten Fotografien sichtbar.


Veranstaltungen im Monat August

8. August 2014 - 20:00 Uhr

Ort: Anne-Frank-Realschule Plus

Astrotreff 

für AAG-Mitglieder und Freunde der Astronomie

 

15. August 2014 - 21:30 Uhr

Ort: Paul Baumann-Sternwarte

Beobachtungsabend

 

22. August 2014 - 21:00 Uhr

Ort: Paul Baumann-Sternwarte

Beobachtungsabend