Astronomische Arbeitsgemeinschaft Mainz e. V.

Newsletter November 2014: Sonnenflecken

Sonnenfleckengruppe am 20.10.2014
Sonnenflecken-Klassifikation

von Leon Lange

Am 21.Oktober 2014 konnte man etwas Besonderes auf der Sonne entdecken. Einen sehr großen Sonnenfleck, oder eine sehr große Gruppe von Flecken. Der Fleck war die darauf folgenden 10 Tage mit bloßem Auge von der Erde zu sehen.

Aber was sind Sonnenflecken überhaupt?
Wie entstehen sie?
Was machen sie?
Und sind sie gefährlich für unsere Sonne?

Zur ersten Frage: Sie sind keine schwarzen Löcher oder so. Es sind dunkle Flecken auf der sichtbaren Sonnenoberfläche.

Zur zweiten Frage: Sonnenflecken entstehen, wenn die Magnetfeldlinien, die unter der Photosphäre laufen, nach außen hin austreten. Die Punkte, wo sie eintreten und austreten sind schwarz und kühler als der Rest der Sonne.

Zur dritten Frage: Die Sonnenflecken entstehen, bleiben durchschnittlich zwischen 2 und 44 Tagen und verschwinden dann wieder. In dieser Zeit wachsen und schrumpfen sie. Zudem werden sie, nach dem Astronomen Max Waldmeier, in verschiedene Klassen eingeteilt, von A bis J.

Zur letzten Frage: Nein, sie sind nicht gefährlich weder für uns noch für die Sonne. Sie erzeugen weder Sonnenwind, noch stören sie den Gasball in seinen Bewegungen.

Im Rahmen eines Schülerpraktikums konnte ich, bei der Astronomischen Arbeitsgemeinschaft Mainz, einige Tage lang die Sonne mit ihren Flecken beobachten und mehrere Bilder von ihr aufnehmen.

Mit Hilfe der Sonnenflecken kann man unter anderem die Rotationsgeschwindigkeit auf der Sonnenoberfläche festellen.
Als erstes erstellt man mehrere Bilder der Sonne an verschiedenen Tagen und identifiziert die einzelnen Fleckengruppen. Es gibt dazu eine offizielle Nummerierung, die man z.B. auf der Webseite http://solarmonitor.org/index.php findet.
Danach misst man die Koordinaten eines Sonnenflecks aus. (Längengrad und Breitengrad auf der Sonne). Auf einer Website der Hochschule RheinMain: http://www.iai.hs-rm.de/suninfo/ kann man die X/Y Koordinaten, die man gemessen hat eingeben, und Längen und Breitengrad anzeigen lassen.

Aus der Differenz der Längengrade ergibt sich dann die Rotationsgeschwindigkeit am Ort des Sonnenflecks.

Ich selbst hatte als Ergebnis 27 Tage heraus.

 

Sonnenaufnahmen vom 14. und 20.10.2014
Webseite zur Messung der Sonnenkoordinaten

Sternbild des Monats: Füchslein

von Jörg Schuster


Allgemeines:

Das Sternbild Fuchs, oder Füchschen – manchmal auch Füchslein genannt, ( lat. Vulpecula ) ist ein Sternbild des nördlichen Himmels. Es ist ein unscheinbares Sternbild, das zwischen den markanten Sternbildern Schwan, Delphin und Pfeil zu finden ist. Keines seiner Sterne ist heller als 4. Größenklasse. Allerdings zieht sich das Band der Milchstraße durch den Fuchs weshalb man in ihm viele offen Sternhaufen findet. Zwei auch für Amateurastronomische Beobachtungen zugängliche und interessante Objekte, findet man im Füchschen: Der planetarische Nebel mit der Messiernummer 27, auch Hantelnebel genannt, sowie eine Anordnung von Sternen mit der Bezeichnung Collinder 399. 

Geschichte:

Das Sternbild wurde Ende des 17. Jahrhunderts von dem Danziger Astronomen Johannes Hevelius eingeführt. Ursprünglich hieß es Vulpecula cum ansere, "Fuchs mit Gans". Die Gans, die der Fuchs in seinen Fängen hielt, ist heute kein offizielles Sternbild mehr, jedoch erinnert der Name des hellsten Sterns Anser ( auch Lukida Anseris genannt ) an das Geflügeltier.
1967 entdeckten Antony Hewisch und Jocelyn Bell von der Universität Cambridge im Fuchs den ersten Pulsar ( PSR 1919+21 ). Im August 2010 wurde durch das Projekt Einstein@home ein weiterer, bisher unentdeckter Pulsar ausgemacht: PSR J2007+2722, ein Neutronenstern mit einer Rotationsrate von 41 Umdrehungen pro Sekunde.

Astronomie:

Der hellste Stern im Sternbild Fuchs trägt den Namen Anser ( Alpha Vulpeculae ) der an die Gans erinnert, die der Fuchs geholt hat. Es handelt sich bei ihm um einen Stern der Spektralklasse M0, einen Roten Riesen, der etwa 300 Lichtjahre von der Sonne entfernt ist. In einem Fernglas kann man ih für einen Doppelstern halten, denn nur unweit entfernt kann man den Stern 8 Vulpeculae beobachten, der allerdings nur in der gleichen Richtung wie Anser zu stehen scheint. Beide Sterne trennen ca. 200 Lichtjahre voneinander, was zur Folge hat, dass es sich hier um einen sogenannten optischen Doppelstern handelt, die nicht gravitativ aneinander gebunden sind. Dies trifft auch für einen Sternhafen namens Collinder 399 zu, welcher besser unter dem Namen „Kleiderbügel-Haufen“ oder  „Brocchis-Haufen“ bekannt ist - ein Asterismus – eine rein zufällige Anordnung von Sternen der 5. bis 7. Größenklasse. Der geometrische Eindruck der helleren Einzelsterne ist der Grund für den Eigennamen Kleiderbügel oder Kleiderbügelhaufen. Mit bloßem Auge ist ein diffuser Fleck zu erkennen, mit dem Fernglas oder kleinen Teleskop erkennt man die charakteristische Form. Der Asterismus wurde früher für einen offenen Sternhaufen gehalten, was jedoch mit Hilfe von Daten von Hipparcos ausgeschlossen werden konnte.

Die Ausdehnung dieses Asterismus, beträgt etwa 1°. Der hellste Stern des Haufens ist 4 Vul. mit einer Helligkeit von 5,2 mag., die Gesamthelligkeit beträgt etwa 3,6 mag.

Die Gruppe wurde in der Literatur zum ersten Mal von Al Sufi im Jahre 964 erwähnt, ist aber nicht in die modernen Standard-Kataloge Messier, NGC und IC aufgenommen. Per Collinder nahm die Gruppe 1931 in seinen Katalog offener Sternhaufen auf.

M27, der Hantelnebel ( engl. Dumbbell Nebula ), ist einer der bekanntesten planetarischen Nebel. Er wurde 1764 von Charles Messier als erstes Objekt seiner Art entdeckt. Es handelt sich um die abgestoßene Gashülle eines Sterns. Der Nebel kann bereits mit einem Fernglas als schwach leuchtende Scheibe mit einem Durchmesser von ca. 6 Bogenminuten beobachtet werden. Im Teleskop werden hellere Strukturen sichtbar, die an eine Hantel erinnern. Der Zentralstern, ein Weißer Zwerg, ist lediglich 13,4 mag. hell und kann daher nur mit größeren Teleskopen beobachtet werden.

Der offene Sternhaufen NGC 6940 enthält etwa 100 Sterne bis zur 9. Größenklasse.

Stock 1 ist ein ausgedehnter und heller Sternhaufen, der leicht mit einem Fernglas gefunden werden kann.

Der Fuchs enthält darüber hinaus einige lichtschwache Galaxien und weitere planetarische Nebel, die in den New General Catalogue aufgenommen wurden. Allerdings sind diese Objekte schwächer als die 13. Größenklasse und nur in großen Teleskopen, oder auf lang belichteten Fotografien sichtbar.

künstlerische Darstellung des Sternbilds Vulpecula (Füchslein)
Karte des Sternbilds Vulpecula (Füchslein)

Veranstaltungen im Monat November

2. November 2014 - 15:00 Uhr

Ort: Naturhistorisches Museum Mainz

Der Sternenhimmel im Winter - Quartalsübersicht 

Vortrag von Dr. Bernhard Schröck

Eintrittspreise: 4 € / 3 € (erm.) - weitere Informationen 


7. November 2014 - 20:00 Uhr

Ort: Anne-Frank-Realschule Plus

Astrotreff 

für AAG-Mitglieder und Freunde der Astronomie

 

14. November 2014 - 18:00 Uhr

Ort: Paul Baumann-Sternwarte

Beobachtungsabend

 

28. November 2014 - 17:30 Uhr

Ort: Paul Baumann-Sternwarte

Beobachtungsabend

 

30. November 2014 - 15:00 Uhr

Ort: Naturhistorisches Museum Mainz

Hinterm Horizont geht's weiter – Dunkle Energie und das beschleunigte Universum

Vortrag von Prof. Dr. Bruno Deiss (Physikalischer Verein Frankfurt)

Eintrittspreise: 4 € / 3 € (erm.) - weitere Informationen