Astronomische Arbeitsgemeinschaft Mainz e. V.

Newsletter Januar 2015: Besuch bei Pluto - Merkur bei Venus

Das neue Jahr 2015 wird spannend: Nach einer fast totalen Sonnenfinsternis am 20. März dürfen wir uns im Juli auf ganz neue Anblicke gefasst machen. Zum ersten Mal wird die Menschheit dann einen Blick auf den Zwergplaneten Pluto werfen können. Das bislang beste Bild von der Kamera des Weltraumteleskops Hubble ist nur wenige Pixel groß und zeigt nicht viel mehr als eine detaillose Kugel.

Nachdem Pluto vor zehn Jahren der Status als vollgültiger Planet aberkannt wurde, ist er heute das prominenteste Objekt des Kuiper-Gürtels, einer jenseits der Planeten gelegenen, sehr großen und noch wenig erforschten Zone des Sonnensystems. Erkenntnisse über Pluto werden unser Wissen von dieser Region und unserer Nachbarschaft im Weltraum erweitern.

Die Raumsonde New Horizons startete im Januar 2006 vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral und entfernte sich mit einer Geschwindigkeit von fast 60.000 km/h, nach einem Jupiter-Swing-by mit 75.000 km/h von der Erde - schneller als jedes andere Raumschiff zuvor. Seit Mitte 2007 befand sich New Horizons im Hibernation Mode ("Winterschlaf"), bevor das Gerät im Dezember 2014 erfolgreich in den Arbeitsmodus zurückversetzt wurde.

Ab Mitte April 2015 werden Daten und Bilder vom Pluto-Anflug erwartet. Die größte Annäherung erfolgt schließlich am 14. Juli 2015, wenn die Sonde in einer Entfernung von weniger als 10.000 km an dem Zwergplaneten vorbeifliegt. Zum Vergleich: Das ist rund 40-mal näher als der Abstand zwischen Erde und Mond. Mit den leistungsfähigen Kameras der Sonde werden also detailreiche Bilder möglich sein, die einen sehr guten Eindruck von der Beschaffenheit der fernen Welt liefert.

Der Besuch bei Pluto wird aber wegen der hohen Geschwindigkeit nur wenige Tage dauern. Danach wird New Horizons weitere Erkundungen im Kuiper-Gürtel vornehmen und bis 2019 vermutlich noch drei bislang nahezu unbekannte Himmelskörper ansteuern. 

Website der Mission beim John Hopkins University Applied Physics Laboratory 

Ankuft bei Pluto und seinem Mond Charon: künstlerische Darstellung von New Horizons (Quelle: NASA/JPL)

Beobachtungs-Tipp: Merkur und Venus am 11.1.

Jeder hat den Namen des Planeten Merkur schon einmal gehört. Von allen Planeten ist er der Sonne am nächsten und deswegen der erste in der Reihe. Aber die Sonnennähe ist auch gleichzeitig der Grund, weswegen ihn viele Menschen noch nie mit eigenen Augen gesehen haben. Es ist ja fast immer Tag, wenn er über den Himmel zieht und auch in der Dämmerung ist er schwer zu finden.

Eine willkommene Hilfestellung gibt uns in diesen Tagen die Venus. Den "Abendstern" hat im Gegensatz zum Merkur fast jeder schon einmal beobachtet. Denn dieser Schwesterplanet der Erde ist so groß und uns so nah, dass er zwar auch nur an den Rändern des Tages zu sehen ist, dafür aber besonders hell strahlt. 

So auch am 11. Januar. Die Besonderheit an diesem Tag ist beim Sonnenuntergang aber, dass direkt neben der Venus der Merkur zu sehen ist. So fällt die Suche besonders leicht: Achten Sie einfach links oberhalb der untergehenden (oder schon untergegangenen) Sonne auf einen hellen Punkt, der direkt rechts neben sich von einem nicht ganz so hellen Punkt begleitet wird. Dafür ist nicht einmal ein Fernglas notwendig - aber wenn Sie einen Feldstecher oder ein kleines Teleskop verwenden, können Sie die "Phasen" von Venus und Merkur erkennen, die an eine Miniatur der Mondsichel erinnern.

Viel Spaß beim Beobachten!

Venus und Merkur bei Sonnenuntergang (ca. 16:30 Uhr) am 11. Januar 2015.

Veranstaltungen im Monat Januar

9. Januar 2015 - 20:00 Uhr

Anne-Frank-Realschule Plus

Astrotreff für AAG-Mitglieder und Freunde der Astronomie


16. Januar 2015 - 19:00 Uhr

Ort: Paul Baumann-Sternwarte

Beobachtungsabend

 

23. Januar 2015 - 19:00 Uhr

Ort: Paul Baumann-Sternwarte

Beobachtungsabend