Astronomische Arbeitsgemeinschaft Mainz e. V.

Newsletter Mai 2015 - Saturn und sein seltsamer Mond Iapetus

Saturn am 12.4.2007 (Aufnahme: O. Nickel, Mainz)
Aufnahmen von O. Nickel mit 25cm Teleskop in Mainz-Ebersheim
Aufnahme der Raumsonde Cassini von Iapetus (NASA/JPL/Space Science Institute)
Saturns "Phoebe-Ring".(Bild: NASA/JPL/Space Science Institute)
Iapetus-Aufnahme von Cassini (NASA / JPL / Space Science Institute)

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Saturn in Opposition und sein seltsamer Mond Iapetus

von Dr. Otmar Nickel

 

Am 23. Mai steht Saturn in Opposition zur Sonne. Das heißt, er ist die ganze Nacht am Himmel zu sehen und ist der Erde am nächsten. Allerdings steht er ziemlich tief im Süden, zwischen den Sternbildern Waage und Skorpion, und erreicht bei uns nur eine Höhe von 22° über dem Horizont.

In kleineren Amateurteleskopen kann man seine Ringe beobachten (etwa wie auf dem Bild oben rechts) sowie einige seiner Monde, z.B. Titan, seinen größten Mond, sowie Rhea, Dione und Thetys.

 

Der Mond Iapetus, der in größeren Teleskopen zu sehen ist, verhält sich seltsam bezüglich seiner Helligkeiten: Befindet er sich am weitesten westlich von Saturn, ist er relativ hell, auf der Gegenseite dagegen deutlich dunkler, wie die hier gezeigten Aufnahmen vom 3.7. und 1.8.2014 zeigen (zur Vergrößerung auf das Bild klicken). Der Helligkeitsunterschied des Mondes zwischen den beiden Bildern beträgt 1,5 Größenklassen, das entspricht einem Faktor 4.

Bereits Giovanni Cassini, der den Mond 1671 entdeckt hatte, konnte diesen Helligkeitsunterschied feststellen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Erst die Raumsonden Voyager 2 (1981) und Cassini (2005-2007) konnten durch Nahaufnahmen die Ursache für dieses Phänomen aufklären. Die helle Seite ist vereist (dadurch sehr hell) und stark verkratert. Auf der dunklen Seite befinden sich Staub-Ablagerungen, die möglicherweise aus organischen Verbindungen bestehen, wie sie in primitiven Meteoriten (zum Beispiel kohligen Chondriten) oder auf der Oberfläche von Kometen vorkommen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Woher dieser Staub kommt, konnte erst 2009 aufgeklärt werden, als ein weiterer diffuser Ring um Saturn entdeckt wurde, der wahrscheinlich von dem äußersten Mond Phoebe erzeugt wird. Während Iapetus durch diesen Ring fliegt, sammelt er sozusagen den Staub daraus auf, und zwar auf der Seite, die in der Umlaufbahn vorausgeht. Wegen der gebundenen Rotation des Mondes (er zeigt immer die gleiche Seite zu Saturn) wird nur eine Hälfte mit diesem Staub bedeckt.

 

 

 

 

 

 

 

Ein weiteres, zur Zeit noch ungelöstes Rätsel stellt ein auf den Cassini-Bildern entdeckter Bergrücken dar, eine Kette von  bis zu 10 km hohen Bergen, die sich fast genau auf dem Äquator von Iapetus befindet. Auf den Fotos ist das Phänomen deutlich als langes Band zu erkennen, durch das der Mond fast wie aus zwei Teilen zusammengesetzt erscheint (wie eine Walnuss). Eine Theorie geht von einem Zusammenstoß mit einem weiteren Mond aus, bei dem zunächst ein Ring aus Staub und Gestein um Iapetus entstand, der den Mond umkreiste und sich dann nach und auf dem Mond niederschlug und so diese Bergkette bildete.

 

 

Quellen:

http://de.wikipedia.org/wiki/Iapetus_(Mond)

http://phys.org/news/2014-04-equatorial-ridge-iapetus-exogenic.html






Veranstaltungen im Mai 2015

08. Mai 2015 - 20:00 Uhr
Anne-Frank-Realschule Plus
Astrotreff für AAG-Mitglieder und Freunde der Astronomie

10. Mai 2015 - 15:00 Uhr
Naturhistorisches Museum Mainz
Zwergplaneten - kleine Welten im Sonnensystem
Vortrag von Jörg Schuster (AAG Mainz)
Eintrittspreise: 4 € / 3 € (erm.)

15. Mai 2015 - 22:00 Uhr
Ort: Paul Baumann-Sternwarte
Beobachtungsabend

22. Mai 2015 - 22:00 Uhr
Ort: Paul Baumann-Sternwarte
Beobachtungsabend