Astronomische Arbeitsgemeinschaft Mainz e. V.

Newsletter Mai 2016 - Merkurdurchgang vor der Sonne

Weg des Merkurs vor der Sonnenscheibe (Angaben in UTC, unsere MESZ ist zwei Stunden später)

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Das Ereignis des Jahres: Merkur vor der Sonne

von Dr. Bernhard Schröck

Am 9. Mai ist es wieder einmal soweit: der innerste Planet unseres Sonnensystems wandert – von uns aus gesehen – über die Sonnenscheibe.
Ab Mitte April konnte man Merkur etwa eine halbe Stunde nach Sonnenuntergang über dem WNW Horizont beobachten.Und jetzt am 9. Mai wandert Merkur fast den ganzen Tag vor der Sonne vorbei. Merkur steht zwar alle 116 Tage in unterer Konjunktion, also zwischen Sonne und Erde. Da aber seine Bahn um 7° gegenüber der Ekliptik, der scheinbaren Sonnenbahn, geneigt  ist,  zieht Merkur fast immer „ober- bzw. unterhalb“ der Sonne vorbei.  Manchmal zieht er aber direkt vor der Sonnenscheibe vorbei, dies nennt man  Transit.

Die Daten des Transits am 9. Mai für  Mainz:
Beginn 13h10, Maximale Tiefe 16h57
Ende 20h44 (Sonne 1,5° über Horizont)
Sonnenuntergang 20h58

Beachte: Merkur wandert – anders als der Mond, der bei einer Sonnenfinsternis vom Westrand der Sonne zu deren Ostrand zieht – vom Ostrand der Sonne zu deren Westrand, also von „links“ nach „rechts“.
Falls es mit dem Wetter nicht klappt, bis 2050 ereignen sich noch 4 weitere Merkurtransits, die alle in Deutschland, zumindest teilweise, zu beobachten sind:
11.11.2019    1.Hälfte zu sehen, dann Sonnenuntergang
13.11.2032    mit geringen Ausnahmen komplett zu sehen
07.11.2039    komplett zu sehen
07.05.2049    komplett zu sehen

Im Gegensatz zu den Venustransits, die wir im Jahre 2004 und 2012 sogar nur mit einer Sonnenfinsternis Brille beobachten konnten, ist es unmöglich, auf diese Weise den Merkur zu sehen:
Der scheinbare Durchmesser der Venus betrug damals 72", der scheinbare Durchmesser  Merkurs beim kommenden Transit 12" !

Man sieht den Größenunterschied:

Merkurtransit 2003 (O. Nickel)
Venustransit 2004 (O. Nickel)

Wie beobachtet man?

Wie gesagt, Beobachtung nur mit Sonnenfinsternis-Brille nützt nichts.
Mit einem Fernglas 10 x 40 unbedingt mit Sonnenfilterfolie: gerade so eben erkennbar.
Mit einem Teleskop (50- fache Vergrößerung) unbedingt mit Sonnenfilterfolie  oder Projektion: deutlich erkennbar ähnlich wie in Abbildung 2
Es sei nochmal darauf hingewiesen: Beobachtungsversuch ohne Filter führt zu Blindheit!
Kommen Sie lieber zu unserer Veranstaltung am 9. Mai ab 13 Uhr auf dem Gutenbergplatz vor dem Staatstheater Mainz.

Quellen:

https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/6/6f/Transit_of_Mercury_May_9_2016_path_across_sun.png