Astronomische Arbeitsgemeinschaft Mainz e. V.

Newsletter Juni 2016 - Objekt des Monats: Quasar 3C 273

Foto von Quasar 3C 273 (O. Nickel) - zur Vergößerung bitte klicken!

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Objekt des Monats: Quasar 3C 273

von Dr. Sascha Wisser


Viele Menschen sind fasziniert von Superlativen und Extremen. In der Astronomie beschäftigt man sich häufig mit extremen Objekten. Wir stellen Ihnen hier das am weitesten entfernte kosmische Objekt vor, das mit „Amateurmitteln“ beobachtet werden kann. Es handelt sich um den Quasar 3C 273 im Sternbild Jungfrau (Virgo). Dieser Quasar ist schätzungsweise 2,5 Milliarden Lichtjahre von der Erde entfernt. Dies entspricht einer Entfernung von ca. 2,36 x 1022 km. Unvorstellbar. Dennoch gehört dieses Objekt zu den unserem Sonnensystem am nächsten gelegenen Quasare.

 

Der Begriff „Quasar“ steht übrigens als Abkürzung für „quasi-stellares“ Objekt. Quasare erscheinen im Okular wie Sterne, also punktförmig. Quasare sind generell die entferntesten optisch wahrnehmbaren Objekte im Universum.  Es handelt sich dabei um die Kerne sehr aktiver, weit entfernter Galaxien. Der helle Zentralbereich strahlt hohe Energiemengen ab -  die eigentliche Galaxie wird regelrecht „überstrahlt“ und ist nicht mehr sichtbar.

Foto von Quasar 3C 273 (ESA/Hubble & NASA)

Zur Beobachtung des Quasars mit der Nummer 3C 273 ist ein dunkler Nachthimmel eine wichtige Voraussetzung: die scheinbare Helligkeit beträgt lediglich +12,8 mag. Es sind Teleskope mit mindestens 100 mm (besser 150 mm) Öffnung erforderlich, um den Quasar als deutliches Sternchen zu sehen. Das Objekt befindet sich etwa 4° südöstlich von dem Stern 16 Vir (+4,9 mag) entfernt. Zum Aufsuchen werden spezielle Sternkarten empfohlen, z.B. der Deep Sky Reiseatlas (Oculum-Verlag).

 

Es ist faszinierend, ein derart weit entferntes Objekt zu beobachten. Die Lichtteilchen, die zum Zeitpunkt der Beobachtung im Okular eintreffen, wurden ausgesendet, als auf der Erde gerade das Proterozoikum begann. Die Lebensformen des frühen Proterozoikum waren noch weitgehend Einzeller, erst gegen Ende dieses Äons begannen sich höher entwickelte Formen zu bilden. Doch bis dahin sollten weitere knapp 2 Milliarden Jahren vergehen.


Quellen

Deep Sky Reiseführer, 5. Auflage, Oculum-Verlag

Deep Sky Reiseatlas, 4. Auflage, Oculum-Verlag

www.nasa.gov/content/goddard/nasas-hubble-gets-the-best-image-of-bright-quasar-3c-273/

 


Abb. 1: AAG-Stand vor dem Staatstheater
Abb 2: Merkur vor der Sonne um 16:01 Uhr (O. Nickel) - zur Vergrößerung bitte klicken!

Merkurtransit am 9. Mai 2016

von Dr. Otmar Nickel

 

Am Montag, 9. Mai konnte man den Merkurtransit gut beobachten. Die Astronomische Arbeitsgemeinschaft hatte dafür vier Teleskope sowie Informationsmaterial auf dem Gutenberg-Platz in Mainz, vor dem Staatstheater, aufgestellt.

Zahlreiche Passanten konnten das Natur-Schauspiel durch Blick in eines der Teleskope verfolgen, wie in Bild 1 zu sehen ist.

 

Trotz einiger Schleierwolken war das kleine Merkur-Scheibchen vor der Sonne gut zu verfolgen (Bild 2), zumindest bis gegen 17:00 Uhr, als die Sonne ganz hinter Wolken verschwand.

 

 

 

 

 

Auch im Internet konnte man Bilder des Transit verfolgen, z.B. aus der Sternwarte in Mainz-Ebersheim. Ein Video des Transit bis ca. 16:00 Uhr kann auf unserer Webseite geladen werden:

http://www.astronomie-mainz.de/site/fileadmin/user_upload/Merkurtransit2016_HD.mp4

Quellen:

Foto 1: Astronomische Arbeitsgemeinschaft

Foto 2: Dr. Otmar Nickel