Astronomische Arbeitsgemeinschaft Mainz e. V.

Newsletter Mai 2017 - Astronom des Monats: Edwin Hubble

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Astronom des Monats: Edwin Hubble

von Dr. Sascha Wisser

Edwin Powell Hubble (* 1889  † 1953) war ein bedeutender US-amerikanischer Astronom. Er klassifizierte Galaxien und wies die Expansion des Universums nach. Er ist Namenspatron des Hubble-Weltraumteleskops (Betreiber: NASA/ESA), das sich seit 1990 in einer Umlaufbahn um die Erde befindet.

Hubble studierte Physik und Astronomie in Chicago. Bereits als Student untersuchte er die Relativgeschwindigkeit der Andromedagalaxie (M31) zum Milchstraßensystem. Am Mount-Wilson-Observatorium konnte er 1923 nachweisen, dass M31 außerhalb unserer Galaxis liegt. Wie einst Galileo Galilei die Erde endgültig aus dem Mittelpunkt des Sonnensystems verbannt hatte, bewies Hubble, dass unser Milchstraßensystem nur eine Galaxie unter Abermillionen ist.

Als wichtigster Beitrag Hubbles zur modernen Naturwissenschaft gilt der überzeugende Nachweis, dass wir in einem expandierenden Universum leben. Erste Hinweise darauf gab es allerdings schon zuvor. Slipher hatte um 1915 bemerkt, dass die meisten von ihm beobachteten Galaxien sich von der Sonne entfernen zu schienen. Humason berechnete die Radialgeschwindigkeit von Galaxien, indem er die Rotverschiebung maß: Bewegt sich ein Objekt vom Beobachter fort, sind die Emissions- und Absorptionslinien durch den Doppler-Effekt zum roten Ende des Spektrums verschoben. Bewegt sich ein Objekt auf den Beobachter zu, sind die Spektren blauverschoben.

Hubble und Humason entdeckten, dass die Spektren ferner Galaxien nicht etwa zu gleichen Teilen rot- und blauverschoben sind, sondern dass es deutlich mehr rotverschobene Spektren gibt. Daraus lässt sich folgern, dass sich die meisten beobachtbaren Galaxien von uns entfernen. Hubble war der erste, der einen direkt proportionalen Zusammenhang zwischen Rotverschiebung und Entfernung der Galaxien herleitete. Daraus folgt, dass sich diese Weltinseln je schneller von uns fortbewegen, desto weiter sie entfernt sind. Das Universum ist somit nicht statisch, sondern ein stetig expandierender Raum. Wie Rosinen in einem aufgehenden Hefeteig bewegen sich die Galaxien durch die Expansion des Universums immer weiter und schneller auseinander.

Die Größe, die diese Expansion beschreibt, wird ihm zu Ehren Hubble-Konstante (H) genannt. Hubble schätzte den Parameter H, den man heute als Expansionsgeschwindigkeit des Universums interpretiert, auf 500 Kilometer pro Sekunde und Megaparsec (1 Megaparsec entspricht etwa 3,3 Millionen Lichtjahren). Heute geht man von „nur“ 50 bis 100 Kilometer pro Sekunde und Megaparsec aus. Hubbles Fehler bestand hauptsächlich darin, dass er die absolute Helligkeit der hellsten Sterne in den von ihm beobachteten Galaxien unterschätzte.

Hubble entwickelte auch die so genannte Hubble-Sequenz, ein morphologisches Ordnungsschema für Galaxien.

Er starb am 28. September 1953 in San Marino (Kalifornien) und bleibt für seine zahlreichen Entdeckungen unvergessen.


Das Sternbild Bärenhüter

von Dr. Sascha Wisser

Der Bärenhüter ist ein helles Sternbild nördlich des Himmelsäquators nahe beim Großen Bären. Der gebräuchliche Name des Sternbildes ist Bootes. Der Bärenhüter ist sehr reich an Doppelsternen, von denen einige bereits mit einem Fernglas gut trennbar sind (z.B. δ, ι und µ Bootis). Deep Sky-Objekte enthält das Sternbild hingegen kaum.

Der Name Bärenhüter bezieht sich auf die Nähe zu den Sternbildern des Großen und Kleinen Bären und steht auch in Verbindung mit dem Sternbild Jagdhunde als mythologische Verkörperung der Begleithunde des Ochsentreibers oder Bärenhüters. Der Hauptstern des Sternbildes, Arktur oder Arcturus, scheint dabei am Himmel dem „Schwanz“ des Großen Bären zu folgen.

Arktur (α Bootis) ist der hellste Stern des Nordhimmels und der dritthellste Stern, den man am Himmel sehen kann. Er ist ein Roter Riese mit dem 30fachen Durchmesser unserer Sonne. Mit einer Entfernung von ca. 36,7 Lichtjahren ist er der nächstgelegene Riesenstern. Seine hohe Eigenbewegung von 2,28 Bogensekunden pro Jahr wurde von Edmond Halley entdeckt.

Der Name Arktur leitet sich aus dem Griechischen ab und bedeutet so viel wie „Jäger, der die Bärin im Auge behält“. 

Im Bärenhüter kann man einige Mehrfach-Sternsysteme beobachten:

  • ε Bootis ist ein Doppelstern in 150 Lichtjahren Entfernung. Im Teleskop sieht man einen tiefgelben, hellen Stern, der von einem bläulichen Stern begleitet wird. Dieses Doppelsternsystem wird oft als eines der schönsten bezeichnet.
  • η Bootis ist ein Dreifachsystem in 55 Lichtjahren Entfernung. Zwei der Sterne kann man bereits mit einem guten Fernglas trennen. Im Teleskop erkennt man bei der lichtschwächeren Komponente noch einen weiteren Begleiter.
  • ι Bootis ist ein Dreifachsystem in einer Entfernung von 100 Lichtjahren. Die beiden hellsten Sterne können ebenfalls mit einem Fernglas in Einzelsterne aufgelöst werden. Der lichtschwächere Begleiter ist zudem noch ein veränderlicher Stern.
NGC 5466

Obwohl der Bärenhüter sehr ausgedehnt ist, enthält er nur relativ wenige Deep-Sky-Objekte, wie Sternhaufen, Gasnebel oder Galaxien.

Ein Blick auf den schönen Kugelsternhaufen NGC 5466 (+9,1 mag) lohnt sich auf jeden Fall (siehe nebenstehende Abbildung). Dieser kann bereits mit einem lichtstarken Fernglas oder einem kleinen Teleskop beobachtet werden. NGC 5466 ist ca. 55.000 Lichtjahre von uns entfernt und besitzt einen scheinbaren Durchmesser von 9,2 Bogenminuten.

Der Bärenhüter ist aktuell hoch im Südosten zu finden (23:00 h MESZ) - unübersehbar strahlt der rötliche Arktur.

Quelle

Wikipedia (https://de.wikipedia.org/wiki/Bärenhüter)

Bildnachweis

http://www.caelumobservatory.com/mlsc/n5466s.jpg